18 mai 2015

Deutsch

Geschichte

Forscher : Gilles Routhier

blason-vatican

Beschreibung des Projekts :

Das Projekt ist Teil eines weitgespannten internationalen und interdisziplinären Forschungsnetzwerks, das Forscher (Historiker wie Theologen) aus Europa und Amerika vereint. Diese arbeiten in mehreren Forschungseinrichtungen und –zentren in verschiedenen Ländern und widmen sich zahlreichen Forschungsaktivitäten : Tagungen, Seminare, Veröffentlichungen. Die an der Universität Laval betriebene Forschung umfasst vier Hauptstränge : die Geschichte des II. Vaticanums und die kanadische Beteiligung an diesem Ereignis, die Rezeption des II. Vaticanums, insbesondere in Québec und Kanada, die Rezeption des « pastoralen Stils » des II. Vaticanums insbesondere in bischöflichen Wortmeldungen sowie die Hermeneutik des II. Vaticanums.

 

Vatican II au Québec

Langfristig ist das Ziel dieser Forschungen, die Herausbildung des gegenwärtigen Katholizismus in seiner Beziehung mit Kultur und Gesellschaft zu analysieren. Wenn sich die Forschungen auf das II. Vaticanum (1962-1965) sowie seine Vorbereitung (1959-1962) konzentrieren, dann um auf diese Weise den Wandel einer zugleich weltweiten und in verschiedene Kulturen und Gesellschaften eingebundenen Institution zu erfassen. Die vielgestaltige Forschung ermöglicht es, folgende Aspekte zu beobachten :

  • die Herausforderungen einer weltweiten Leitungsform und einer an die Christen aller Länder gerichteten Glaubensunterweisung;
  • die Einbindung des Christentums in verschiedene Kulturen und Gesellschaften unter Aufrechterhaltung der Einheit;
  • den Weg, den Ideen und und Reformbewegungen innerhalb einer Grossinstitution nehmen;
  • die Herausbildung eines neuen Stils oder einer neuen Sprechweise bzw. einer neuen Weise, sich in einem pluralen Umfeld zu äussern;
  • die Rolle verschiedener Akteure und Autoritäten in der katholischen Kirche;
  • das Verhältnis zur Tradition und zur Gegenwart;
  • das Aufgreifen von Innovationen und die Widerstände, die sich in einer grossen Versammlung sowie im kirchlichen Gefüge im Laufe der Konzilsrezeption den Veränderungen entgegensetzen;
  • die Entwicklung und die Grundlagen der verschiedenen konzilshermeneutischen Ansätze.

Kurz gesagt soll die Bedeutung und die Reichweite des II. Vaticanums weltweit sowie in Québec und Kanada erschlossen werden. Zwar widmet sich diese Forschung den der katholischen Kirche und der Konzilsversammlung inhärenten Dynamiken, zugleich schenkt sie aber auch äusseren Faktoren wie der Entwicklung des sozialen, politischen, ökonomischen und kulturellen Kontexts Aufmerksamkeit. Im Blick auf Québec bedeutet dies, ein noch wenig erforschtes Feld der Geschichte Québecs zu untersuchen : den Beitrag und den Einfluss des II. Vaticanums auf die « Stille Revolution » (« Révolution tranquille »).

Das Projekt geht von einer dialektischen Beziehung zwischen den verschiedenen Etappen des Konzilsereignisses (Vorbereitungsphase 1959-1962 und Tagungsperioden 1962-1965) sowie den grossen Etappen der Geschichte des Katholizismus (20. Jahrhundert vor dem Konzil, II. Vaticanum, nachkonziliare Phase) aus. In synchroner Hinsicht berücksichtigt die Forschung die dialektische Beziehung zwischen den verschiedenen Strömungen, die auf dem Konzil selbst (wo sie übrigens auch im Episkopat Québecs vertreten sind) und darüber hinaus in der Kirche insgesamt wirken; ein Augenmerk gilt der dialektischen Beziehung des Episkopats zur Gesamtkirche, insbesondere zu den Reformströmungen, die vor dem Konzil – wenn auch misstrauisch beäugt – existierten. So zielt das sozio-historischen und theologischen Zugang vereinende Forschungsprojekt darauf ab, die Bedeutung des II. Vaticanums zu beleuchten, und dies besonders im Blick auf die Geschichte Québecs im Allgemeinen und der Kirche Québecs im Besonderen.

Das Forschungsprojekt, in dem mehrere Abschlussarbeits- und Dissertationsprojekte angesiedelt sind, wird im Rahmen des Centre interuniversitaire d’études québecoises (CIEQ) durchgeführt, dem der Leiter des Projekts als reguläres Mitglied angehört. Regelmässige für die Abhaltung von wissenschaftlichen Veranstaltungen und Publikationen bestimmte finanzielle Unterstützung hat das Forschungsprojekt vom Conseil de recherches en sciences humaines du Canada (CRSH), vom Fonds sur la culture (FQRSC), sowie von den Fonds Gérard-Dion und Cardinal-Maurice Roy erhalten.

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